Lang lebe der Bausparvertrag - jetzt noch niedrige Darlehenszinsen sichern!

Der Arbeitnehmerservice informiert:

Lang lebe der Bausparvertrag - jetzt noch niedrige Darlehenszinsen sichern!

Der König ist tot, lang lebe der König. Ein oft genutzter Spruch, um zum Ausdruck zu bringen, wenn nach einem Ereignis doch alles wieder beim Alten ist.

In der Niedrigzinsphase (Ereignis) der vergangenen Jahre schien ein Bausparvertrag uninteressant zu sein. Dieser wurde häufig nur genutzt, um z.B. Vermögenswirksame-Leistungen anzulegen. In der Zeit der hohen Zinsen waren Bausparverträge jedoch schon immer begehrt.

Jetzt wo die Zinsen steigen, „explodiert“ förmlich die Zahl der Bauspar-Neuverträge wieder.

Bausparen ist i.d.R. wieder "in" für Verbraucher, die für einen Immobilienkauf oder eine Renovierung Geld ansparen wollen.

Wer jetzt oder in naher Zukunft ein Haus kaufen oder bauen will, sieht sicherlich mir Sorge die steigen Zinsen (und die steigenden Energie- und Baukosten).

Bei der Erstellung des Artikels bewegten sich die Zinsen für Baukredite zwischen 2,5 und 3,7 Prozent. Wie lange dauert es noch, bis wieder eine Vier und mehr vor dem Komma steht?

Vor ein paar Monaten waren Finanzierungen noch günstig. Die Möglichkeit einer Immobilienfinanzierung zu Zinsen unter einem Prozent pro Jahr hatte Immobilieninteressenten in den vergangenen Jahren eher zur klassischen Finanzierung über Bankkredite motiviert und es wurden zur Vorbereitung keine Bausparverträge abgeschlossen. Es wurde einfach gehofft, wenn der eigene Bau / Kauf ansteht, dass die Zinsen weiterhin niedrig sind.

Nehmen wir das Beispiel eines 300.000-Euro-Kredits. Vor einem Jahr konnte man diesen selbst bei wenig Eigenkapital i.d.R. für ein Prozent Zinsen und vier Prozent anfänglich Tilgung bekommen, machte also eine Belastung von fünf Prozent. In Zahlen: 1.250 Euro im Monat. Aktuell – gehen wir mal von drei Prozent Zinsen und drei Prozent anfängliche Tilgungsrate aus, dann kostet dieser Kredit bereits 1.500 Euro im Monat und muss auch länger abbezahlt werden. Eine noch höhere Tilgung reduziert bei der Anschlussfinanzierung z.B. in zehn Jahren das Zinsänderungsrisiko, und die Kreditrate bleibt bezahlbar.

Jetzt hört man oft von Menschen, die kaufen oder bauen wollen diesen Satz: „Hätte man nur einen bald zuteilungsreifen Bausparvertrag mit z.B. 1,35 % Sollzins und müsste nicht so viel Geld für 3,0 % Soll-Zins und mehr finanzieren“.

Erläuterung: Sollzinsen kommen in gebundener und variabler Form vor. Gebunden ist er, wenn er während der Kreditlaufzeit in der Höhe festgeschrieben ist. Werden dem Sollzins die Nebenkosten eines Kredits hinzugerechnet, ist das Ergebnis der Effektivzins.

Noch ist es i.d.R. nicht zu spät einen Bausparvertrag abzuschließen, um z.B. nach 10 - 15 Jahren einen nun teureren aufgenommenen Bankkredit (mit ggf. geringer Tilgung, um keine Rate von z.B. 1.750 EUR im Monat leisten zu müssen – wie im Beispiel) und später mit einem zuteilungsreifen Bausparvertrag den teuren Kredit abzulösen und schneller tilgen zu können. Oder um z.B. in 10 Jahren weniger Geld zu einem ggf. hohen Zins finanzieren zu müssen, da ein Teil über den ggf. günstigeren Bausparvertrag finanziert werden kann.

Die Zeit der niedrigen Zinsen für Hypothekendarlehen ist es wohl auf längere Sicht wieder vorbei. Die Bauzinsen steigen seit Jahresbeginn rasant. Die Angst vor immer höheren Belastungen durch weiter steigende Zinsen hat nun zu einem Umdenken bei vielen Immobilienbesitzern und Kaufinteressenten geführt.

Der große Vorteil des Bausparvertrages kommt nun wieder zur Geltung:

Denn er ermöglicht es Sparern, einen Zins für einen Baukredit bereits jetzt festzuschreiben, auch wenn der Kredit erst in fünf, zehn oder 15 Jahren in Anspruch genommen wird. Das Prinzip des Bausparens sieht vor, dass ein Teil - in der Regel 30 bis 50 Prozent - der späteren Bausparsumme durch monatliche Sparbeträge angesammelt wird. Ist der angepeilte Betrag zusammengekommen und eine Mindestspardauer verstrichen, ist der Bausparvertrag "zuteilungsreif". Der Rest der Bausparsumme wird dann als fest verzinstes Darlehen von einer Bank oder Bausparkasse ausgezahlt.

Muster-Beispiel ALTE LEIPZIGER Bauspar AG:
Monatliche Sparrate 426,00 € über 15 Jahre von 01.08.2022 bis 01.07.2037.

Bau 1

Bau 2

Wird das Darlehen in Anspruch genommen, sieht wie folgt z.B. die Tilgung aus. Gut zu erkennen sind die konstante Rück-Zahlung und der hohe steigende Tilgungsanteil und die geringen, sinkenen Zinsen.

Bau 3

Die Darlehns-Zinsen sind in Bausparverträgen noch aktuell sehr attraktiv und eine Überlegung zur „Zinssicherung“ wert. In der Praxis bieten die Bausparkassen derzeit noch Zinsen von deutlich unterhalb von 2 Prozent an - für einen üblichen Bausparvertrag. Aber auch hier sind Steigerungen kurzfristig zu erwarten.

Warten lohnt sich also auch hier - wie im Leben - oft nur selten.

Sollten die Finanzierungszinsen zur geplanten Realisierung wieder – unter dem gesicherten Zins mit dem Bausparvertrag - sinken, oder der Hauskauf-/Bau-Plan wird verworfen, dann stehen die eigenen eingezahlten Beiträge im Bausparvertrag frei zur Auszahlung zur Verfügung.

TIPP: Bausparer kommen zudem ggf. in den Genuss staatlicher Förderung. So können eine zusätzliche Wohnungsbauprämie und / oder Arbeitnehmer-Sparzulage möglich sein (je nach Einkommen). Ebenso können hier ggf. noch ungenutzte Vermögenswirksame-Leistungen eingezahlt werden (sofern Anspruch besteht).

Abschlusskosten und Mini-Sparzinsen als Nachteil:

Den Vorteilen des Bausparens stehen aber auch Nachteile gegenüber, die die Sparer beachten sollten. So erheben die Bausparkassen Abschlussgebühren zwischen einem und 1,6 Prozent der Bausparsumme. Auch die niedrige Verzinsung der Sparraten in der Ansparphase sollten künftige Bausparer berücksichtigen. Die Bausparkassen bieten dafür derzeit ca. 0,01 bis 0,10 Prozent Verzinsung pro Jahr an. Auch befinden sich die Bausparer in einem "geschlossenen System". Ausgezahlt werden prinzipiell nur Mittel als Darlehen, die zuvor durch andere Sparer eingezahlt wurden.

Die Alternative zum Bausparen bleibt das klassische Annuitätendarlehen. Über ein "Forward-Darlehen" kann bei einem bereits laufenden Kredit bei einer Anschlussfinanzierung mehrere Jahre im Voraus ein Zins festgeschrieben werden.

Wer jedoch erst in fünf, zehn oder mehr Jahren einen Immobilienkauf / Bau plant, kann bis dahin seine Sparbeträge alternativ in Tages- oder Festgeld oder auch begrenzt im Aktienmarkt anlegen. Allerdings müssen dann bei der Immobilienfinanzierung möglicherweise höhere Kreditzinsen in Kauf genommen werden, wenn sich kein günstigerer Zins über einen Bausparvertrag gesichert wurde.

Fazit:
Der Bausparvertrag kann ein günstiges Darlehen in der Zukunft ermöglichen (auch um ggf. jetzt teure Bankkredite später abzulösen) ist aber oft teurer, unflexibler und weniger renditeträchtig (bezogen auf die Anlage der Sparbeiträge) als die oben genannten Alternativen. Da die „Glaskugel“ fehlt, kann eine Kombination aus Bausparvertrag und eine renditeträchtige Ansammlung von zusätzlichem Eigenkapital (wird sowieso für die vielen Nebenkosten und „Unvorhergesehenes“ benötigt) sinnvoll sein.

Die vorgenannten Beispiele sind nur vereinfacht dargestellt und müssen im Einzelfall geprüft und beraten werden!

Greif auf Experten zurück!

Du erreichst uns bei allen Fragen rund um den Arbeitnehmerservice kostenlos unter 0800 / 437 3553 (Geselle), oder schick uns einfach eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Mit besten Grüßen
Dein Team vom Arbeitnehmerservice

Rechtliches

© 2022 arbeitnehmerservice.net. All rights reserved. Powered by agentur52.